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Die Gesundheit von Frauen darf nicht länger eine Nebensache sein

Die wichtigsten Erkenntnisse des „Cardio-Kidney-Metabolic Policy Forum“
25. Juni 2026 | Von Mended Hearts Europe

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Am 21. Mai 2026 trafen sich am Rande der 79. Weltgesundheitsversammlung in Genf Fachleute aus dem Gesundheitswesen, Patientenvertreter, politische Entscheidungsträger, Forscher und führende Persönlichkeiten aus dem Bereich der globalen Gesundheit zum Cardio-Kidney-Metabolic (CKM)-Politikforum unter dem Titel „Bekämpfung der unverhältnismäßigen Auswirkungen von CKM-Erkrankungen auf das Wohlbefinden von Frauen“.

Organisiert von der Global Alliance for Patient Access (GAfPA) und Mended Hearts Europein Zusammenarbeit mit der Global Patient Alliance for Kidney Health (GloPAKH), derPartnership to Advance Cardiovascular Health (PACH), der International Atherosclerosis Society (IAS) und der Partnership for Women’s Wellness befasste sich das Forum mit der Frage, warum Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen Frauen nach wie vor überproportional betreffen – häufig aufgrund verspäteter Diagnosen, fragmentierter Versorgungswege und Gesundheitssysteme, die Symptome immer noch nicht früh genug erkennen.

Die Diskussionen haben eines deutlich gemacht: Die Gesundheit von Frauen darf in den politischen Debatten über CKM und nichtübertragbare Krankheiten (NCD) nicht länger eine untergeordnete Rolle spielen.

„Die Diskussionen haben eines deutlich gemacht: Die Gesundheit von Frauen darf in den politischen Debatten über CKM und nichtübertragbare Krankheiten (NCD) nicht länger eine untergeordnete Rolle spielen.“
Experten und Interessenvertreter aus dem Gesundheitswesen, die an einer Podiumsdiskussion im Rahmen des „Cardio-Kidney Metabolic Policy Forum“ teilnahmen.

Warum dieses Gespräch wichtig ist

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit nach wie vor die häufigste Todesursache bei Frauen, während chronische Nierenerkrankungen weltweit mehr Frauen als Männer betreffen. Dennoch kommt es bei Frauen weiterhin zu Verzögerungen bei der Diagnose, ihre Symptome werden häufiger abgetan, und sie sehen sich oft mit fragmentierten Gesundheitssystemen konfrontiert, in denen Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen getrennt und nicht als miteinander verbundene Erkrankungen behandelt werden.

Während des gesamten Forums betonten die Referenten wiederholt, dass diese Ergebnisse nicht unvermeidlich sind. Sie spiegeln strukturelle Defizite in den Gesundheitssystemen, in der Forschung, bei den Präventionsstrategien und bei der Umsetzung politischer Maßnahmen wider.

Die Veranstaltung unterstrich zudem die weltweit zunehmende Anerkennung einer integrierten Versorgung bei chronischen Nierenerkrankungen (CKM), nachdem die WHO erstmals eine Resolution zur Nierengesundheit verabschiedet hatte und derzeit internationale Diskussionen über die Prävention und Behandlung nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) geführt werden.

Die gelebte Erfahrung in den Mittelpunkt stellen

Ein wichtiger Schwerpunkt des Forums war es, sicherzustellen, dass Frauen mit CKM-Erkrankungen weiterhin im Mittelpunkt der Diskussion standen.

An der Podiumsdiskussion zum Thema „Erfahrungsberichte“ nahmen Antonia King (CompCure/GloPAKH), Nicole McKelvie (Heart Failure Warriors NI) und Hyvelle Ferguson-Davis (Heart Sistas) teil, die sehr persönliche Erfahrungen im Umgang mit Nierenerkrankungen, Herzinsuffizienz, Diabetes, Schlaganfall und der kardiovaskulären Versorgung schilderten.

 

In der Diskussion wurden Themen erörtert, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung zogen:

  • verspätete und verpasste Diagnosen,
  • zerstückelte Versorgungspfade,
  • die emotionale und finanzielle Belastung durch chronische Erkrankungen,
  • die mangelnde Abstimmung der Versorgung zwischen den Fachgebieten,
  • und die Notwendigkeit, dass die Gesundheitssysteme besser berücksichtigen, dass sich CKM-Erkrankungen bei Frauen anders äußern.

Mehrere Redner betonten, dass Frauen nach wie vor zu oft nicht richtig diagnostiziert, nicht ernst genommen oder zu spät behandelt werden.

„Wenn sie spricht, hört zu und handelt. Die verspätete Diagnose bei Frauen muss ein Ende haben. Die Gesundheit von Frauen darf nicht länger als Nebensache behandelt werden, insbesondere nicht bei Frauen mit dunkler Hautfarbe, die allzu oft ignoriert, abgetan und der medizinischen Versorgung vorenthalten wurden. Wir kennen die Folgen, und der Preis der Untätigkeit ist einfach zu hoch.“ – Hyvelle

Die Gespräche unterstrichen zudem, wie wichtig es ist, Patienten nicht nur als Empfänger von Gesundheitsleistungen anzuerkennen, sondern auch als Experten aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen, deren Sichtweisen zur Gestaltung der Gesundheitssysteme und politischer Entscheidungen beitragen müssen.

Frau, die während des „Cardio-Kidney-Metabolic Policy Forum“ von einem Podium aus spricht

Auf dem Weg zu einer frühzeitigeren und stärker integrierten Versorgung

Sowohl in den Gesprächen mit den Patienten als auch mit den Gesundheitsdienstleistern kristallisierten sich immer wieder einige Prioritäten heraus:

  • frühzeitige und koordinierte Vorsorgeuntersuchungen,
  • ein besseres Bewusstsein für CKM-Risiken bei Frauen,
  • eine stärkere Verzahnung zwischen den Bereichen Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie der Grundversorgung,
  • bessere Nutzung geschlechtsspezifischer Daten,
  • sowie geschlechtergerechtere Versorgungswege.

Die Referenten betonten, dass viele Frauen weiterhin von einem Facharzt zum nächsten wechseln, ohne dass eine wirklich koordinierte Versorgung gewährleistet ist, wodurch Untersuchungen oft wiederholt werden und es zu langen Wartezeiten kommt, bevor sie eine angemessene Behandlung erhalten. Die Notwendigkeit besser vernetzter, multidisziplinärer Ansätze war ein Thema, das den ganzen Tag über immer wieder zur Sprache kam.

Auf dem Forum wurde zudem betont, wie wichtig es ist, das Thema Frauengesundheit aus einer breiteren Perspektive zu betrachten – einer Perspektive, die nicht nur die Gesundheitsversorgung umfasst, sondern auch Chancengleichheit, soziale Determinanten der Gesundheit, Betreuungsaufgaben und langfristige Präventionsstrategien.

Vom Dialog zum Handeln

Zum Abschluss des Forums betonten die Teilnehmer, dass Bewusstseinsbildung allein nicht mehr ausreicht. Die Herausforderung für die Zukunft besteht darin, die Diskussionen in messbare Maßnahmen umzusetzen, die die Lebensumstände von Frauen mit CKM-Erkrankungen verbessern.

Die Veranstaltung endete mit einem eindringlichen Aufruf zu:

  • frühere Erkennung,
  • stärker vernetzte Gesundheitssysteme,
  • eine engere interdisziplinäre Zusammenarbeit,
  • sinnvolle Einbindung der Patienten,
  • sowie Maßnahmen, die das Wohlbefinden von Frauen in den Mittelpunkt der Strategien zur Bekämpfung von CKM und NCD stellen.

Die in Genf geführten Gespräche haben erneut deutlich gemacht, dass die Behandlung von Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen bei Frauen ein koordiniertes Vorgehen über die verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens, Interessenvertretung, Forschung und Politik hinweg erfordert.

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